Mostrando entradas con la etiqueta Sitten und Bräuche / Costumbres y Tradiciones. Mostrar todas las entradas
Mostrando entradas con la etiqueta Sitten und Bräuche / Costumbres y Tradiciones. Mostrar todas las entradas

domingo, 29 de enero de 2012

Rezeptklau / Robo de receta


Wir hatten mal wieder Verlangen nach selbst gebackenem Kuchen und da mein GG zur Zeit immer noch zu Hause ist (das Hotel öffnet erst mitte Februar wieder), lohnt es sich dann auch zu backen. Irgendwie steckt es wohl doch in meinen Genen, diese Angewohnheit oder, besser gesagt, dieser Brauch, an den Wochenend-Nachmittagen Kaffee und Kuchen zu geniesen. Bei uns zu Hause in Deutschland war das früher so üblich, meistens gab es dann von meiner Mutter selbstgebackenen Kuchen. 

Mein GG hat sich gerne an diese Sitte gewöhnt und sich bisher noch nie darüber beklagt! ;-)

Una vez mas teníamos ganas a pastel casero y como mi marido esta todavía en casa (el hotel no abre antes de mediados de Febrero), vale la pena de hornear algo. En alguna manera, la costumbre de disfrutar los fines de semana una merienda con café y pastel casero debe estar en mis genes. En mi casa en Alemania esto antes era normal, casi siempre con pastel hecho por mi madre.

Mi marido ha adoptado con gusto esta costumbre y hasta ahora no se ha quejado! ;-)




Diesen leckeren Kirsch-Gugelhupf habe ich bei der lieben Yvonne entdeckt und natürlich sofort das Rezept "geklaut", was nicht zum ersten Mal war. Nicht nur dass es ein wirklich unkompliziertes Rezept ist, hat mich angesprochen, sondern vor allem mal wieder ihre - wie immer - fantastischen Bilder. Ich kann mich an ihren Fotografien gar nicht sattsehen!
Da der Blog auf deutsch geschrieben ist, stelle ich für meine spanischsprechenden Leser das übersetzte Rezept ein.

Este riquísimo Gugelhupf (bizcocho) con cerezas he descubierto en el blog de la querida Yvonne y naturlamente he "robado" en seguida la receta, lo cual no pasa por primera vez. No solo me ha llamado la atención porque es una receta nada complicada, si no también una vez mas - como siempre - sus fantásticas fotos. No tengo nunca suficiente de mirar sus imágenes!
Como el blog esta en alemán, pongo aquí la receta para mis lectores hispano-parlantes traducida al castellano:


Solltet ihr da Rezept ausprobieren, so hoffe ich, dass euch der Kuchen genau so gut schmeckt wie uns.

Si probáis la receta, espero que os guste tanto como a nosotros.


Ich wünsche euch einen schönen Abend und guten Start in die neue Woche.

Os deseo una feliz noche y un buen comienzo de la semana.


domingo, 27 de noviembre de 2011

1. Advent am neuen Kamin / 1. Adviento al lado de la chimenea nueva




Zum 1. Advent zünde ich für euch ein Kerzlein an und zeige euch, womit wir neulich unser Wohnzimmer verschönert haben.

Para el 1. de Adviento enciendo una vela para vosotros y os enseño lo que hemos hecho hace poco para poner el salón mas guapo.


Mein lieber GG und ich haben uns gegen den geplanten Pellet-Ofen (wäre der zweite gewesen, da wir einen im PC-Zimmer haben) entschieden und haben uns diesen Kamin (elektrisch) zu unserem Jahrestag geschenkt. Er ist soooo schön und passt soooo gut ins Wohnzimmer, da konnten wir - entgegen aller Vernunft - nicht widerstehen!

Mi querido marido y yo nos hemos decidid, en contra de la estufa planeada (hubiera sido la segunda, ya que tenemos una en la habitación del PC) y nos hemos regalado esta chimenea (eléctrica) para nuestro aniversario. Es taaaaaaan bonita y pega taaaaaaan bien con el resto del salón, que no podíamos resistirnos!

  

Wer genau hinschaut, wird bemerken, dass wir nun auch endlich Vorhänge an den Fenstern haben. Es hat so lange gedauert, da ich nicht eher die passenden Stangen gefunden habe. Nun wirkt es gleich gemütlicher, besonders in dieser Jahreszeit.

Quien mira bien vera que finalmente tenemos cortinas en las ventanas. Hemos tardado tanto porque no encontraba las barras adecuadas. Ahora parece mas acogedor, sobre todo en esta época del año.


 

Für heute reicht es mit den Fotos. Zwar könnte ich euch noch viele mehr zeigen, aber ich will euch nicht langweilen und mache das dann beim nächsten Mal.

Ich wünsche euch und euren Familien und Freunden eine schöne Vorweihnachtszeit!

Para hoy basta con las fotos. Podría enseñar muchas mas, pero no os quiero aburrir, así que lo dejo para la próxima vez.
Feliz tiempo de Adviento para vosotros, vuestra familias y vuestros amigos!


miércoles, 13 de octubre de 2010

Paula und Pilar /Paula y Pilar

......... zwei Damen, die sich nicht vertragen! Wie sollten sie auch, wo doch Paula das Tief ist, das in den letzten Tagen an der Mittelmeerküste gewütet hat. Diese Dame wusste sich in Szene zu setzen. Sturm, Gewitter, Hagel und Regen gehörten zu ihrem Repertoire.
Am schlimmsten traf es die Region Katalonien. Dort waren mehrere Straßen unpassierbar. In Martorell bei Barcelona musste ein Krankenhaus teilweise geräumt werden, weil Räume im Untergeschoss überflutet wurden. Auf den Straßen rissen die Wassermassen mehrere Autos fort. In rund 20 Gemeinden Kataloniens fiel außerdem der Strom aus. An der nördlichen Costa Brava , in der Bucht von Rosas, wurden Wellen von über 8 m Höhe gemessen.

Zur weiteren Info ein Auszug aus ARENA-ONLINE, der deutschen Tageszeitung der nördlichen Costa Brava:
ALT EMPORDÀ / COSTA BRAVA / KATALONIEN: Die Unwetter der letzten Tage sorgten für reichlich Niederschläge im Alt Empordà. Stellenweise fielen bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter - so geschehen in La Jonquera - und die gesamt Region befand sich im Ausnahmezustand. Sogar grosse Strassen wie die C-260 zwischen Roses und Figueres musste teilweise gesperrt werden, da sie nicht mehr passierbar war - von kleineren Wegen und Verbindungen ganz zu schweigen. In Roses erreichten die Wellen Höhen von knapp acht Metern und spülten tonnenweise Sand von den Stränden weg. Im gesamten Golf von Roses und am Cap de Creus wurden immer noch Wellengänge von etwa sechs Metern gemessen, die an die Küste schmetterten.
Die Feuerwehren waren unentwegt unterwegs und mussten so manchen Autofahrer aus seinem Gefährt retten. In Roses, l’Escala und Girona wurden die Fahrzeuge von den Fluten wie Spielzeug weggespült und verklemmten sich an Barrieren, Abgrenzungen und Strassenschildern. Die Fahrer konnten sich ohne Hilfe nicht mehr befreien und erst die Feuerwehr rettete sie aus den unfreiwilligen Gefängnissen. In vielen Orten des Alt Empordà liefen die Keller voll, Grundstücke verwandelten sich in unpassierbare Seen und kleine Bäche verwandelten sich in reissende Flüsse.

Mittlerweile hat sich die Lage - nicht zuletzt wegen dem Tramuntana-Wind - wieder einigermassen beruhigt und durch das zurückfliessende Wasser wird nun immer mehr das Ausmass des Schadens sichtbar. In den nächsten Tagen wird man abschätzen können, wie hoch sich die Schadenssummer beläuft und dann beginnt der Kampf mit den Versicherungen.

So wie auf dem nachfolgenden Video sah es an vielen Ort der Küste in den vergangenen Tage aus (dieses Video wurde in L'Escala/ Alt Empordà aufgenommen):
 
 


Wir wurden übrigens hier oben bei uns "auf dem Berg" mal wieder ziemlich verschont. Wenn auch der Regen und der Sturm einige Nächte unsere Nachtruhe gestört hat, ist nichts weiter passiert. Es ist einfach nur alles nass; der Brunnen ist übervoll und das Wasser schiesst den Hang bzw. die Strasse herunter.

Tja, und was hat das ganze nun mit Pilar zu tun? Keine Ahnung? Na, dann will ich es euch erklären!

Spanien feiert  am 12. Oktober den Dia de la Hispanidad, nicht irgendein Feiertag, sondern für viele Spanier ein ganz besonderer Tag, da an diesem Tag die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 gefeiert wird.
Der spanische Nationalfeiertag wird nicht nur als Dia de la Hispanidad gefeiert. In vielen spanischen Städten und autonomen Regionen wird an diesem Tag traditionell die Jungfrau von Pilar geehrt. Besonders die Beamten der Guardia Civil ehren die Virgen del Pilar, ist die Jungfrau doch seit dem Jahr 1913 die Schutzheilige der Polizeieinheit.
Ganz besonders wird dieses Fest in Zaragoza begangen.Es handelt sich um die bedeutendste Fiesta der Hauptstadt von Aragón, die sich durch vielfältige Aktivitäten auszeichnet. Die Straßen der Stadt füllen sich mindestens eine Woche lang mit Ausgelassenheit, bunten Farben und viel Spaß. Das Festprogramm bietet Theateraufführungen, Konzerte, Unterhaltung für Kinder , Shows, Tanz, Stierkämpfe (leider !), Kunsthandwerk, Musik jeder Art etc. Auch Feuerwerke, der traditionelle Umzug der typischen Riesenfiguren „Gigantes y Cabezudos“, Sportveranstaltungen und Ausstellungen dürfen nicht fehlen.

Der 12. Oktober ist der große Tag der Virgen del Pilar, der Schutzheiligen der Stadt. Schon am frühen Morgen findet die viel besuchte Blumenniederlegung statt: Tausende Menschen aus aller Welt begeben sich mit ihren regionalen Trachten angetan zur Plaza del Pilar und beschenken die Jungfrau mit unzähligen Blumen und Sträußen. Der 13. Oktober ist der Zeitpunkt des Früchteopfers. Und in der Abenddämmerung kommt der Augenblick des so genannten Rosario de Cristal, einer Prozession mit Wagen und Glaslaternen, die durch die Straßen von Zaragoza zieht.

Leider hat in diesem Jahr Paula auch dafür gesorgt, dass für die meisten Spanier der langersehnte "puente" (Brückentage) sprichwörtlich ins Wasser fiel. Die Hotels an der Costa Brava konnten daher auch nur eine Belegung von 40% verzeichnen (in anderen Jahren, d.h. bei schönem Wetter, mindestens doppelt so hoch).

Ich glaube, ich spreche im Sinne aller Spanier, wenn ich sage, dass wir in Zunkunft gerne auf den Besuch Paula's verzichten !!!

domingo, 31 de enero de 2010

"Schweinerei" am Monatsende / "Porqueria" al final del mes

Na, was denkt ihr euch wohl bei dem Titel? Nee, alles nur halb so wild .... es geht einfach nur um unsere heutiges Essen. Das ist allerdings mit einer Riesen-Schweinerei verbunden, d.h. man macht sich die Finger dabei schmutzig und wenn man nicht sehr aufpasst, auch das ganze Umfeld. :-))

Es handelt sich um die "calçotada", die ich hier im Blog schon mal erwähnt hatte. Aber heute will ich die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und näher auf dieses typisch katalanische Gericht eingehen.
Auf der Suche danach, wie ich auf deutsch am besten beschreibe, worum es sich handelt, bin ich auf einen Artikel in der FAZ.de gestossen, der "die Sache" sehr gut beschreibt. Denn wenn es um die "caçotada" geht, wäre eine Beschreibung des Gerichts alleine nicht ganz aufschlussreich, da es sich um eine regelrechte Zeremonie handelt.

 Das ist doch kein Grund zum Weinen
Von Sven Weniger


Wunder der Natur: Die Zwiebeln, so sagen die Schlemmer, helfen gegen alle Zipperlein.

24. Januar 2010 Tarragona qualmt, in Hinterhöfen, Schrebergärten, auf Waldlichtungen und Grillplätzen. Der Wind der nahen Küste verteilt die Schwaden übers Land. Alle können es riechen. Die Calçots sind auf dem Feuer - endlich. Einmal im Jahr vergessen die Katalanen ihre gute Kinderstube und begeben sich in die Niederungen hemmungsloser, archaischer Völlerei, und das mitten im Winter, egal ob es stürmt oder regnet. Dann huldigen sie einer Zwiebel. Die Zeit der Calçotada ist da.

Vor dem Cal Ganxo drängen sich die Leute. Sie frieren. Drinnen ist es heiß und stickig und brechend voll. Unter den rußigen Dachbalken des Landgasthofes aus dem achtzehnten Jahrhundert wogen Menschenleiber an Holztischen. Kräftige Kellner schleppen halbrunde Dachziegel in schneller Folge herbei. Auf jedem türmen sich die Calçots. Das wie Porree anmutende Gemüse ist in Zeitungspapier eingewickelt, damit es nicht auskühlt. Es dampft und riecht verbrannt. Porrones machen die Runde, aus dem dünnen Ausguss der traditionellen Glaskaraffe schießt der Rotweinstrahl in hohem Bogen direkt in den Mund der Zecher. Theoretisch jedenfalls. Oft landet er irgendwo daneben, mit Glück auf der großen Papierserviette, die jeder Gast trägt. Oft verfehlt er sie auch. Calçotada feiern will gelernt sein.


Speisezwiebeln mit Spezialbehandlung


Die hohe Kunst des Zwiebelgrillens – keiner beherrscht sie so meisterhaft wie die Katalanen.

 


Das Cal Ganxo liegt in der Nähe von Valls. Der Ort in der Provinz Tarragona gilt als Wiege des Volksfestes, das in vielen katalanischen Dörfern auch mit Trachtenumzügen gefeiert wird. In Valls soll einst ein trotteliger Bauer vergessen haben, seine Zwiebeln samt ihrer langen, grünen Blätter rechtzeitig aus dem Feuer zu nehmen, in dem er sie grillte. Doch er zog einfach die verkohlten äußeren Schichten ab und war begeistert vom rauchigen, saftigen, herben Geschmack des Inneren. Ein Kochrezept war geboren. So weit die Legende. Doch so simpel ist es nicht. Zwar sind die Pflanzen tatsächlich ordinäre Speizezwiebeln. Doch erst die aufwendige Fürsorge adelt sie zu Calçots. Nach der Aussaat im Spätwinter werden die Keimlinge im Boden verteilt, die Knollen dann im Sommer geerntet. Im Herbst stecken die Bauern sie wieder ins Erdreich. Um die abermals keimenden Zwiebeln häufeln sie nun immer wieder frische Erde. Dadurch verharren die Pflanzen im Dunkeln, strecken ihre Form und bleiben auf mehr als zwanzig Zentimeter Länge weich und weiß bis zur nächsten Calçotada, die immer zwischen Januar und Frühlingsanfang gefeiert wird. Dann geht es ihnen an die Haut.

Die Leute geben sich nun die Klinke in die Hand. Wird ein Tisch frei, befreien ihn flinke Hände von Bergen von Servietten, Tellern, Essensresten. Denn die nächsten Gäste warten schon ungeduldig. Meist müssen sie Wochen im Voraus bestellen. Das Cal Ganxo kann es sich erlauben, nur zur Calçotada von November bis April überhaupt zu öffnen. In dieser Zeit geht eine sechsstellige Zahl Calçots über den Tresen. Im Hof kippen Arbeiter derweil zentnerweise Zwiebeln auf den riesigen Rost. Darunter lodert das Feuer aus altem Rebholz. Feuchtigkeit zischt. Rauch hüllt die Wartenden ein. Es nieselt jetzt. Die Umstehenden werden nass.

Blutwurst und Bohnen

Drinnen an den Tischen geht es zur Sache. Auch das Entfernen der verkohlten Zwiebelhaut muss geübt werden. Sie lässt sich zwar einfach abstreifen, aber die Hände sind danach schwarz und klebrig. Dann wird die Knolle in die herzhafte Salvitxada-Sauce getunkt und von oben in den Mund gesenkt. Es kleckert reichlich, und der Porrón ist auch schon wieder da. Niemand, der auf die Tischmanieren achtet. Es ist fast wie zu Kinderzeiten. Ein dienstbarer Geist wuchtet eine weitere schwere Schlachtplatte auf den Tisch: Blutwurst, Koteletts, Lammsteaks, garniert mit weißen Bohnen und Artischocken. Sie sind fester Bestandteil jeder Calçotada. Die ersten Esser verdrehen die Augen.

Die Katalanen feiern die Calçotada mit Freunden, in der Großfamilie, sehr oft im Freien. Und es ist das unfreundliche Ambiente der kalten Jahreszeit, das dem Fest seinen besonderen Charakter verleiht. Den Unbilden des Wetters zu trotzen, kräftig gegen die Kälte anzuessen und zu trinken und dabei viel Spaß zu haben, das ist das Motto. Dass den Calçots allerlei die Gesundheit fördernde Eigenschaften nachgesagt werden, kann dabei nicht schaden, auch wenn kaloriensatte Salvitxada, Fleischberge und Rotweingelage gewisse Zweifel daran erlauben. Und die Crema Catalana zum Nachtisch ist auch nicht gerade entschlackend.

Abkupfern strengstens verboten

Wie auch immer - das Cal Ganxo rühmt sich, in seinen Räumen die echten Calçots zu servieren, sozusagen mit dem Gütesiegel des Ursprungsorts Valls. Das gibt es tatsächlich. Darin werden die genauen Maße für Länge und Durchmesser der weißen Zwiebel festgelegt. Denn das große Fressen, für das Restaurantpreise von dreißig bis vierzig Euro gezahlt werden, hat für die Region eine erhebliche Wirtschaftskraft. Abkupfern wird nicht gern gesehen. Denn beim Geld hört für die Katalanen bekanntlich der Spaß auf.

Information: Calçotadas finden vor allem in den ersten drei Monaten des Jahres in der Provinz Tarragona statt. Zentrum ist der Ort Valls. Dessen Fest beginnt Ende Januar

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Sven Weniger



 Nach diesem aufschlussreichen Artikel, der die Sache an sich sehr gut erklärt, zum besseren Verständnis ein paar Fotos aus meinem eigenen Archiv. Sie enstanden bei der Feier meine 50. Geburtstags und sind wirklich sehr, sehr aufschlussreich. *grins*:

Anfangen will ich mit dem Foto meines GGs in "Wartestellung".  Wie ihr seht, hat er eine Art Schlabberlatz an, der gleichzeitig den Essplatz am Tisch bedeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur die typischen Schlabberlätze, die man in den Restaurants vor dem Essen umgebunden bekommt (wenn man nicht weiss, was es damit auf sich hat), aber dieser Latz ist meiner Meinung nach wirklich am besten für dieses Essen geeignet.

 



















Rechts ist er beim Trinken des o.g. Porrons zu sehen. Solltet ihr es ihm nachmachen wollen, so kann ich nur empfehlen, euch auch einen Latz umzuhängen! 


Und nun die verblüfften Gäste. Ja, wenn man zum ersten Mal verkohlte Frühlingszwiebel auf einer Dachpfanne serviert bekommt, da geht einem schon so mancher wunderliche Gedanke durch den Kopf!!! Man beachte auch bitte den Abfalleimer auf dem Tisch ........


Aber nach einer kurzen Vorführung von mir, wie diese komischen Dinger gegessen werden .... 

 .... war das Staunen und Grübeln schnell vorbei und es wurde kräftig zugelangt.

 

Bleibt  nur noch zu sagen, dass nichts übrig blieb. ;-)


Und das war unsere heutige "calçotada", von der ebenfalls nichts übrig blieb. 

 


 Unser armer Michi durfte nur zuschauen, aber nicht probieren!

domingo, 29 de noviembre de 2009

Wünsche zum 1. Advent / Deseos para el 1. Adviento




Ich wünsche allen Blogbesuchern einen schönen 1. Advent und einen guten Start in die Vorweihnachtszeit. Möge sie euch besinnliche Stunden bei Kerzenlicht und schöner Deko bescheren und nicht - wie leider oft so üblich - in die stressigste Zeit des Jahres ausarten.

domingo, 1 de noviembre de 2009

Abschied vom golden Oktober und Begrüssung des Novembers mit alten Bräuchen / Despedida del soleado mes de Octubre y bienvenida al noviembre

Ich kann mich noch so beeilen, aber die Zeit ist einfach schneller als ich. Immer hinke ich hinterher, sowie auch im vergangenen Monat, ein wahrhaft goldender Oktober.

Der Herbst hat ja offiziell bereits im September begonnen, doch bisher kam es mir so vor, als wenn wir uns immer noch im Spätsommer befänden. Die Temperaturen stiegen an einigen Tagen nochmal auf 28º-30ºC und selbst in den letzten Tagen hatten wir tagsüber immer noch so um die 23º C. Dabei meist Sonnenschein, bis mittags allerdings durch den hier im Herbst üblichen Tiefnebel nicht sichtbar. Aber die Nachmittage waren einfach herrlich. Sonnenschein, blauer Himmel und milde Temperaturen ...... besser kann es im Oktober doch gar nicht sein!

Überzeugt euch selbst und schaut euch diesen blauen Himmel an:



Image and video hosting by TinyPicImage and video hosting by TinyPic


Dieses Licht finde ich ideal zum Fotografieren. Ich persönlich ziehe es dem Hochsommer mit seinen allzu grellen Sonnenstrahlen vor.

Und dann erst diese warmen Farben im Garten .... in diesem Fall eine Collage vom 1. Oktober:


Image and video hosting by TinyPic


Und diese vom letzten Oktobertag. So langsam merkt man auch dem Garten den Herbst an, obwohl einige meiner Rose nochmal eine neue Blüte nachschieben:

Image and video hosting by TinyPic


Die Sonnenuntergänge sind nun auch spektakulär. Leider schafft meine Cam es nicht so ganz, das wunderbare Glühen des Sonnenballs kurz vorm Verschwinden hinter den Hügeln wiederzugeben.

Die dazwischenliegenden Fotos (sowie die von den vergangen Monaten) hebe ich mir auf für düstere Tage, an denen man nur vom nächsten Gartenjahr träumen kann und es die Stimmung hebt, sich die Blüten von vergangenen Tagen anzusehen.

Nun möchte ich euch etwas über die Sitten und Gebräuche zum 1. November berichten. In ganz Spanien ist dieser Tag ein Feiertag - wie auch in Deutschland - es ist der Tag der Allerheiligen. Traditionsgemäss geht man auch hier an diesem Tag zum Friedhof, um seine Toten zu ehren.

Doch davon abgesehen ist es hier in Cataluña auch der Tag der "castañada" und der "panellets". Was es damit auf sich hat? Wen es interessiert, der mag weiterlesen:

Dieser Brauch stammt seinen Ursprüngen nach aus der keltischen Kultur.
Allerheiligen und Allerseelen markieren einen entscheidenden Wendepunkt im Zyklus der Natur, wenn nämlich der Sommer übergeht in die dunklere Jahreszeit.
Ein ganz besonders tief verwurzelter Brauch dieser Tage ist die so genannte castanyada,
das Röstkastanienessen. Bei diesen volkstümlichen Zusammenkünften, zu denen es in vielen Dörfern und in den meisten Schulen in und um Girona kommt, werden Kastanien und Süßkartoffeln geröstet und gegart und in festlicher Stimmung zu Süßwein, Garnatxa oder Mistela verspeist. Ganz besonders schön wird dieses Fest in Amer gestaltet. Anfang November findet in dieser Ortschaft alljährlich ein Wettbewerb für Kastanienröster statt. Denn Kastanien zu rösten will gelernt sein. Da gilt es an das Brennmaterial zu denken, die Glut muss heiß, aber nicht zu heiß sein, und der Punkt, an dem die Kastanien gar sind, ist ebenfalls ein Geheimnis, das erst entdeckt werden will.
Bis vor wenigen Jahren noch gehörte die Kastanienfrau überall zum herbstlichen Stadtbild.
Sie röstete die Kastanien auf ihrem Öfchen und verkaufte sie, noch schön warm in einer Papiertüte, an die vorbeikommenden Passanten.
Die Tradition schwindet mehr und mehr, aber ab und zu stößt man doch noch auf einen der alten Kastanienverkäufer, und dann sollte man die Gelegenheit nutzen und zum Bummeln eine Tüte Röstkastanien verspeisen.
Auch die panellets sind eine typisch herbstliche Schleckerei. Sie werden aus Mandeln, Zucker, Eigelb und Kartoffeln oder Süßkartoffeln hergestellt und kommen mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen auf den Markt: mit Pinienkernen, Schokolade, Kokos, Zitrone oder Mandeln … Um Allerheiligen gibt es kaum eine Mahlzeit, bei der man zum Nachtisch nicht panellets verspeist. Das so typische Produkt der katalanischen Gastronomie findet man in allen Konditoreien
Image and video hosting by TinyPic Image and video hosting by TinyPic


Quelle: costabrava.org

Für mich fängt der Herbst eigentlich so richtig mit dem heutigen Tag an und auch das Wetter scheint meiner Meinung zu sein .... ab morgen soll es "herbstlich" werden.

Und um mich einzustimmen auf diese Jahreszeit gibt es heute abend bei uns eine "castañada". Auf Panellets werden wir verzichten, die sind ja soooooo kalorienreich (aber lecker, besonders die mit den Pinienkernen). Stattdessen habe ich uns ein Blech Pflaumenkuchen gebacken. Der Teig aus Hefe, ohne Eier, fettarme Milch und Margarine sowie wenig Zucker ist wesentlich günstiger für das Hüftgold und schmeckt vorzüglich. Umso mehr, wenn man so was mehr oder weniger nur einmal im Jahr isst.


sábado, 25 de abril de 2009

Fest der Mauren und Christen / Fiestas de Moros y Cristianos

Mein GG befindet sich zur Zeit in seinem Heimatort Cúllar in der Provinz Granada. Sein grosser Wunsch, endlich einmal zum Fest der Mauren und Christen dabei zu sein, war bisher aus beruflichen Gründen nie möglich gewesen. Doch dieses Jahr nun endlich hat es geklappt und durch die seit gut einem Jahr bestehende Flugverbindung von Gerona nach Granada ist die Entfernung nun auch kein Problem mehr.

Bis mir die Fotos von diesem Fest in Cúllar vorliegen, möchte ich euch zunächst darüber aufklären, womit es sich bei den "Moros und Cristianos" auf sich hat (der Text wurde der Seite http://www.spain.info/TourSpain/ entnommen):

Prachtvolle Umzüge durch mittelalterlich geschmückte Straßen und höchst spannende, aber unblutige Kämpfe: Das Fest der Mauren und Christen ist Synonym für Magie, Legende und Spektakel. Seit mehr als vier Jahrhunderten wird mehrere Tage lang auf festliche Weise des historischen Aufeinandertreffens beider Kulturen gedacht. Es ist ein einzigartiges Fest, bei dem Tausende von Personen Jahr für Jahr versuchen, sich gegenseitig in Glanz und Pracht zu übertreffen.

Das Fest der Mauren und Christen ist sehr alt und kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Es wird bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts begangen. Auf festliche Weise wird des Aufeinandertreffens maurischer und christlicher Truppen während des 13. Jahrhunderts sowie des Kampfes um die Herrschaft über spanisches Gebiet gedacht. Der heilige Stadtpatron, zu dessen Ehren das Fest stattfindet, spielte auch in der historischen Schlacht eine fundamentale Rolle. Sein unvermitteltes Eingreifen verhalf der christlichen Seite zum Sieg, und das, obwohl die arabischen Truppen zahlenmäßig weit überlegen waren. Aufgrund seiner hohen Attraktivität, seiner Großartigkeit und Volkstümlichkeit wird das Fest in vielen Teilen Spaniens veranstaltet.

Besonders verwurzelt sind die Feierlichkeiten jedoch in Valencia und Alicante. Jeder Ort fügte je nach seiner eigenen erlebten Geschichte der gemeinsamen Struktur des Festes unterscheidende Elemente hinzu, wodurch sich viele verschiedene Varianten herausbildeten. In diesem Sinne bestechen die Feste in den Städten Alcoy und Villajoyosa, die wegen ihres spektakulären Charakters als wertvoll für den internationalen Tourismus eingestuft wurden. Im Rahmen der Feierlichkeiten, die jedes Jahr noch prächtiger und glanzvoller sind als im Vorjahr, bietet sich Ihnen die einmalige Gelegenheit, einen wichtigen Teil der Geschichte Spaniens kennen zu lernen.

Es lohnt sich ohne Frage, dem Auftakt des Festes beizuwohnen, der ein wahres Spektakel ist: dr Einzug der beiden Heere in die Stadt. Von den frühen Morgenstunden an füllen sich die Straßen, Balkone und Fenster mit Leuten, die sich nicht das kleinste Detail der Veranstaltung entgehen lassen wollen. Prunkvoll und majestätisch defilieren anschließend im Takt der Musik die verschiedenen Gruppierungen der Mauren und der Christen, eine luxuriöser und prunkvoller als die andere. Dieser Moment ist einer der strahlendsten der ganzen Feierlichkeiten und verzeichnet gewöhnlich den größten Publikumsansturm. In einigen Fällen, beispielsweise in Alcoy, marschieren mehr als 5 000 Personen durch die Straßen.

Auch die religiösen Zeremonien zu Ehren des Schutzheiligen der Stadt bilden einen bedeutenden Teil des Festes. Es erwarten Sie jedoch noch weitere höchst spannende Augenblicke, z. B. der spektakuläre Schlusskampf. Er folgt auf die so genannten "Botschaften", bei denen in der Burg jede der verfeindeten Seiten einen Text verliest und so versucht, den Gegner zum Aufgeben zu bewegen. Der Verhandlungsausschuss erzielt keinen Erfolg und so entfacht ein (simulierter) Kampf, bei dem Tausende Kilogramm Schiesspulver verbraucht werden und aus dem am Ende die Christen als Sieger hervorgehen. Das Ende des Kampfes markiert zugleich den Schlusspunkt des Festes und damit der mehrtägigen farbenprächtigen und prunkvollen Feierlichkeiten.

jueves, 23 de abril de 2009

SANT JORDI (Schutzpatron von Katalonien und Aragonien), Tag des Buches und der Rose


Heute möchte ich von einer sehr schönen Tradition hier in Katalonien berichten, dem Tag des Sant Jordi = St. Georgs Tag, der Tag des Buches und der Rose.

Am 23. April füllen sich die Straßen von Barcelona und ganz Katalonien mit Büchern und Rosen. Diese Tradition findet ihren Ursprung im Mittelalter, mit der Verehrung des Patrons „Sant Jordi“ und der Gewohnheit, eine Rose zu verschenken. Der Tag des Buches fand auf Anregung der amtlichen Kammer des Buches von Barcelona zum ersten Mal am 7. Oktober 1926 in Spanien statt. Später wurde das Fest auf den 23. April verlegt, dem Todestag der Schriftsteller Miguel de Cervantes und William Shakespeare. Im Jahre 1995 erklärte die UNESCO den 23. April zum Welttag des Buches und der Urheberrechte.

Am St. Georgs Tag schenken die Männer den Frauen eine Rose und die Frauen den Männern ein Buch. Überall sieht man ambulante Verkaufsstände, wo man eine Rose erstehen kann, sogar am Strassenrand.

Die Geschichte bezeugt von der Verehrung des Heiligen Georgs im katalanischen
Gebiet seit dem 8. Jhd.. Dokumente aus der Zeit erwähnen einen Priester namens
Jordi (Georg), der nach Italien flieht. Schon im 10 Jhd. trägt ein Bischof aus Vic den
Namen Jordi, und im 11 Jhd. weiht der Abt Oliba diesem Heiligen einen Altar im
Kloster von Ripoll. Die Weihung von Kapellen, Altaren und Kirchen in verschiedenen
Orten von Katalunien sind der Beweis des Kultes schon zu dieser Zeit an Sant Jordi.
Die katalanischen Könige zeigen ihre Ergebenheit dem Heiligen Georg; in seiner
Crònica, schreibt Jaume I, dass man den Heiligen gesehen hätte, wie er den Katalanen
bei der Eroberung der Stadt von Malloraca half; Pere el Cerimoniós schuf einen
Ritterorden unter seinem Schutz und Alfons el Magnànim weihte ihm einige Kapellen
seines Reiches auf Sardinien und Neapel.
Die Könige und die katalanische Regierung (Generalitat) förderten die Feier des Tages
des Heiligen Georgs in allen katalanischen Ländern. In Valencia war es bereits in 1343
eine populäre Feier; Mallorca feierte seit 1407 diesen Tag öffentlich. In 1456 schlug die
katalanische Regierung dem katalanischen Parlament, das in Montsó versammelt war,
die offizielle und obligatorische Feier des Heiligen Georgs vor; in 1456 diktiert das
katalanische Parlament, versammelt in der Kathedrale von Barcelona, eine
Verfassung, die die Festlichkeit anordnet und die in der Verfassung Kataluniens
aufgenommen wird.
Die Umbauarbeiten des Regierungspalastes von Katalonien (Generalitat), die im Laufe
des 19. Jhd. stattfanden, sind der klare Beweis der Verehrung, gefördert durch die
katalanische Regierung; sie liessen ein Medaillon des Sant Jordi an der gotischen
Fassade anbringen und eine Kapelle für den Sant Jordi im Inneren des Palastes
bauen.

Es ist schwierig, ein konkretes Datum zu finden über die Anfänge der katalanischen
Volkstradition, Rosen am Tag des Sant Jordis zu verschenken. Sie muss sehr weit
zurückliegen, da Dokumente existieren, die die Feier des Rosenmarktes für den Sant
Jordi Tag seit dem 15 Jhd. festhalten. Diese Tatsache könnte gleichermassen auch
eine Verbindung aufzeigen zwischen dieser Volkstradition und dem Symbol der Liebe,
die die Rose darstellt. Trotz etlicher Theorien, die den Anfang dieser Tradition
widerlegen könnten, ist das Wichtigste, dass sie lebendig bleibt und ein unbestrittenes
Symbol Kataluniens darstellt.
In 1926 proklamiert Spanien den 23. April als der Tag des Buches, da dieses Datum
auch der Todestag Cervantes ist. Sie ahmte somit England nach, das bereits an
diesem Tag den Todestag Shakespeares feierte. Diese Feier hat sich in Barcelona und
Katalonien schnell verbreitet, obwohl die Bereitschaft von 1926 verschwand, da sie mit
dem Tag des Heiligen Schutzpatrons zusammenfällt. Dieses Fest ist an verschiedenen
Orten kaum beibehalten worden oder gar verschwunden; in sehr vielen Orten in
Katalunien ist es einer der meist gefeierten Volksanlässe, die in einem grossen
Ausmass zur Verbreitung und Verkauf katalanischer Bücher beitragen.

In Katalonien ist der 23. April somit der Tag von Sant Jordi, Tag der Rose und des
Buches, Tag seines Heiligen Patrons, Tag der Liebe und der Kultur. Es ist schliesslich
ein Tag der Gemeinschaft, der Kultur und des Respekts zwischen allen, die in
Katalonien leben und somit auch zwischen allen Personen und Kulturen der Welt.






miércoles, 25 de febrero de 2009

Wie feiert man Karneval in Katalunien? - Como se celebra el carnaval en Cataluña?

In Katalonien beginnt der Karneval am fetten Donnerstag, einem Tag, an dem der Tradition gemäß Omelett mit Brühwurst oder die typische botifarra d'ou, einer verwursteten Mischung aus Fleisch und Ei, verspeist werden, denn die gastronomische Kultur ist aufs engste mit der närrischen Zeit verbunden. Früher saßen die Nachbarn einer Straße gemeinsam an langen Tischen zusammen, speisten miteinander unter freiem Himmel und feierten die letzten Tagen vor der sie in der Fastenzeit erwartenden Enthaltsamkeit. Auch heute noch finden in vielen Ortschaften solche gemeinsame Essen als Bestandteil des karnevalistischen Treibens statt. In Vidreres und in Capmany zum Beispiel trifft man sich zum typischen Ranxo, bei dem man sich eine aus den verschiedensten Ingredienzen zubereitete Suppe schmecken lässt. In Agullana werden beim Xuia-Fest die Zutaten für die traditionellen Omeletts mit Brühwurst und Speck eingesammelt, die dann bei einer gemeinsamen Vesper verspeist werden. Von den Feudalherren bedürftigen Untertanen gebotene Mahlzeiten sind demgegenüber der Ursprung für die Arrossada, das große Reisessen, in Albons und die Sopa, die Armensuppe, in Verges.

Mit Masken und viel Musik feiern die Einwohner unserer Provinz den Karneval auf Straßen und Plätzen. Jeder Ort hat hierbei seinen eigenen König Karneval, der mit einer feierlich-humoristischen Rede die Tage seiner Herrschaft antritt und dabei jedermann zum Mitmachen einlädt. Wer Gelegenheit dazu hat, sollte sich auf keinen Fall die Karnevalsumzüge entgehen lassen, die vielerorts an der Costa Brava, ebenso aber auch im Hinterland veranstaltet werden. Der Aufmarsch der Festwagen und Masken, hinter denen oft Monate mühsamer Arbeit stecken, sind ein farbenprächtiges Spektakel, das kaum seinesgleichen findet.

Zum Ende des Karnevals, vor Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit, gibt es in Spanien und einigen lateinamerikanischen Ländern einen äußerst merkwürdigen und seltsamen Brauch, der "Entierro de la sardina", die Beerdigung der Sardine. Jedes Jahr an Aschermittwoch wiederholt sich diese sonderbare Persiflage: das nächtliche Begräbnis einer Sardine mit Sarg, Klageweibern, Kerzen und inbrünstigen Stoßgebeten.

Über den Ursprung dieses Brauchtums gibt es mehrere, unterschiedliche Versionen.Nach der ersten Version entstand der Brauch etwa Mitte des 19. Jahrhunderts in Madrid. Nach alter Tradition fuhr das Volk aufs Land, um vor der Fastenzeit etwas symbolisch zu Grabe zu tragen. Da der Fleischgenuss während der Fastenzeit nicht erwünscht ist, beerdigte man logischer Weise keinen "Fisch", also auch keine Sardine, sondern den Rippenteil eines geschlachteten Schweins, genannt "cerdina". Diese Tradition verbreitete sich auch in andere spanische Städte und Regionen. Und wie bei dem Spiel "Stille Post" veränderte sich das Wort so nach und nach, und aus "cerdina" wurde auf einmal das Wort "sardina". Und so soll es dazu gekommen sein, dass heute fast überall in Spanien vor Beginn der Fastenzeit eine Sardine zu Grabe getragen wird.

In einer anderen Version wird erzählt, dass König Karl III von Spanien (1759-1788), entschied, dass am Aschermittwoch, als Zeichen der Enthaltsamkeit, jegliches Fleisch verbannt sei. In diesem Sinn organisierte der König ein großes Fest bei dem, um den Hunger zu stillen, reichhaltig Sardinen herbeigeschafft wurden. Doch die Sonne vereitelte den Festschmaus. Ganz untypisch für die Jahreszeit wurde es an diesem Tag außergewöhnlich heiß. Die vielen Sardinen zersetzten sich in der Hitze und strömten bald einen bestialischen Gestank aus, so dass Jedem der Appetit auf die Fische verging. Dennoch ließ sich das Volk von diesen widrigen Umständen nicht beeinträchtigen. Man organisierte kurzerhand einen Begräbnisakt und alle gemeinsam zogen aufs nahe gelegene Land, um hier die Sardinen zu begraben und sich auf diese Weise von dem unsäglichen Gestank zu befreien. Man fand soviel Gefallen an dieser eigenwilligen Prozession, dass die Beerdigung der Sardine von da an Jahr für Jahr als symbolischer Akt wiederholt wurde.

Wieder andere Quellen besagen, das Mitte des 19. Jahrhunderts eine Gruppe von Studenten in Madrid beschloss, einen Leichenzug zu organisieren, der von einer Sardine angeführt werden sollte. Diese sollte das Fasten und die Enthaltsamkeit symbolisieren, um auf diese Weise das Karnevalsfest am Aschermittwoch in Madrid nochmals aufleben zu lassen. Anderen Nachforschungen zufolge erhoffte man sich durch die Beerdigung einer Sardine reichhaltigen Fischfang und Fruchtbarkeit für die Nutztiere.

Welchen Ursprung die Beerdigung der Sardine auch immer hat, den Spaß an dieser sonderbaren Aktion genießt man in Spanien in jedem Fall. Und viele glauben, dass dieses symbolische Begräbnis eine Garantie dafür gibt, dass im nächsten Jahr wiederum fröhlich und ausgelassen Karneval gefeiert werden kann.

Die Beerdigung der Sardine wird in Spanien sehr unterschiedlich gefeiert und ist, z.B. in Murcia, ein sehr bedeutendes Fest geworden, das Tausende von Besuchern anzieht und als kulturelles Ereignis der Stadt gilt. In Tossa de Mar wird diese Tradition in engerem Kreise gefeiert und das Ereignis zieht vor allem die Teilnehmer des Karnevals, vor allem natürlich auch die Kinder Tossas an.

In Tossa de Mar z.B. wird die übergroße Sardine in einem Karnevalsumzug, der am Casa de Cultura beginnt, von Kindern, die vor allem als Skelett verkleidet sind, durch die Strassen Tossas getragen. Dieser letzte Karnevalsumzug führt bis zum Passeg de Mossèn Cinto Verdaguer wo schließlich bei einem letzten Karnevalfest die Sardine öffentlich verbrannt wird. Zum Abschluss wird noch zu einem kostenlosen Schokoladetrunk, der Xocolatada, geladen, womit der Einstieg in die Fastenzeit etwas versüßt wird.


martes, 6 de enero de 2009

Der Dreikönigskuchen / El Roscón de Reyes

Heute, am Tag der Heiligen Drei Könige, lade ich euch ein, den "Roscón de Reyes" oder auch "Tortell de Reis", wie er in Katalunien genannt wird, zu probieren.


Der Roscón de Reyes („Königskranz“) ist ein traditioneller Kranzkuchen aus Hefeteig, der in Spanien nur für das Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar gebacken wird. Es gibt ihn ohne Füllung, mit Schlagsahne oder mit Trüffelfüllung. Darin versteckt sind jeweils ein Porzellanfigürchen und eine Bohne, die keinesfalls verzehrt werden darf. Die Tradition besagt, dass derjenige, der die Bohne in seinem Kuchenstück findet, den Kuchen für alle Gäste bezahlen muss. Andererseits wird derjenige, der das Glück hat, die kleine Porzellanfigur zu finden, von allen zum „König“ gekrönt.


Der Kranzkuchen ist verziert mit kandierten Früchten wie Orangenscheiben, roten und grünen Kirschen u. ä.
In Katalonien kennt man dasselbe Brauchtum, und einen sehr ähnlichen Kuchen, als Tortell de Reis („Königskuchen“). Gefüllt wird er u.a. mit Marzipan, Cabello de ángel oder Schlagsahne.

In den letzten Jahren haben wir diesen schönen Brauch zusammen mit meiner Mutter und ihrem GG begangen und immer viel Spass gehabt, wenn jemand auf den König biss, aber noch mehr bei der Bohne, denn damit stand ja der edle Spender dieser Leckerei fest.
Zur Erinnerung einige Fotos vom Dreikönigstag 2008:

Dieser Roscón ist aus Blätterteig und mit Sahne gefüllt


Der König und derjenige, der zahlen darf, stehen fest


König: Erich - Dicke Bohne: Rafael


Und unsere Kitty erfreut sich an der Sahne



***********

domingo, 21 de diciembre de 2008

Festtage in Spanien: Teil 4 - Weihnachten/ Dias festivos en España: 4. Parte - Navidades

Weihnachten ist wie in Deutschland auch in Spanien ein sehr wichtiges Familienfest, allerdings gibt es einige Traditionen, die in Deutschland weniger bekannt sind.

Die Adventzeit verläuft in Spanien eher ruhig, den Startschuss für die Weihnachtsfeiertage stellt die Weihnachtslotterie (Sorteo extraordinario de Navidad) dar. Sie gilt aufgrund der ausgespielten Gesamtsumme als größte Lotterie der Welt und findet in Spanien seit 1812 immer in der gleichen Form statt. Die meisten Spanier kaufen sich Lose für diese Lotterie und verfolgen die Ziehung, die über die öffentlichen Radio- und Fernsehsender übertragen wird, mit Spannung.

Die Heilige Nacht, die Noche Buena, ist der traditionelle Abend der Familie. Groß und Klein versammelt sich vor der Krippe um Villancicos (spanische Weihnachtslieder) anzustimmen. Begleitet von Tamburin und Reibtrommeln wird das Wiedersehen mit Verwandten gefeiert und meistens stößt man mit Cava, einer berühmten Variation des französischen Champagners, an und isst danach ausgiebig. . Eine spanische Weihnachtsspezialität ist das „Turron“, welches aus gerösteten Mandeln, Zucker, Honig und Eiern hergestellt wird und bei diesem Festessen natürlich nicht fehlen darf. Nach dem Essen wird die „Urne des Schicksals“ auf den Tisch gestellt. Darin befinden sich viele kleine Geschenke, aber auch Nieten. Jeder zieht dann solange, bis er ein Geschenk bekommen hat.

Auch der Weihnachtsbaum, den wir bei uns als selbstverständlich ansehen, errang in Spanien erst in den letzten Jahrzehnten Beliebtheit. Daneben stellt die Krippe einen wichtigen Bestandteil des Weihnachtsfestes dar.
Um 24 Uhr findet die Mitternachtsmesse statt, die in Spanien „Misa del Gallo“ - die Messe des Hahns - genannt wird, welcher die Geburt Jesu als erster verkündet haben soll. In den ländlichen Gebieten und kleineren Städten versammeln sich die Leute oft noch nach der Messe auf größeren Plätzen, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen. Feuer werden entzündet und teilweise wird bis in die Morgenstunden hinein gefeiert.


Am 25. Dezember trifft man sich wieder mit der Familie zum Mittagessen.
Dies jedoch nicht vor 14 Uhr, wie in Spanien üblich. Essen und Plaudern
dauert dann viele Stunden, so dass keiner vor 18 Uhr vom Tisch aufsteht.
In einigen Regionen wie Katalonien und Navarra ist der 26. Dezember auch
ein Feiertag, und er wird ebenfalls mit der Familie oder mit Freunden gefeiert.

Am 28. Dezember sollte man besser auf der Hut sein, denn dies ist der Día de los Inocentes (Tag der unschuldigen Kinder), der ursprünglich an den von „Herodes“ angeordneten Kindermord erinnern sollte und den man mit dem 1. April in Deutschland vergleichen kann. Wer nicht aufpasst, der wird von seinen Mitmenschen gehörig zum Narren gehalten. Jede Zeitung, jede Fernseh- und Rundfunkstation bringt eine Ente. Vor allem Kinder auf den Dörfern spielen Streiche, die man ihnen an diesem Tag nicht übel nehmen darf. Also aufpassen!

Für viele ist jedoch Silvester die Nacht des Jahres. Und erneut verwöhnen sich die Spanier kulinarisch: gegessen wird bis 23 Uhr, wieder mit der Familie oder mit Freunden. Das Jahr wird dann so verabschiedet: für jede der zwölf letzten Sekunden des Jahres wird eine Traube gegessen, damit man im nächsten Jahr Glück hat. Danach stößt man an, um das neue Jahr gebührend willkommen zu heißen. Mit einem Feliz Año Nuevo ("Frohes Neues Jahr") wünschen sich die Spanier dann einen guten Rutsch.
Die zwölf Trauben (doce uvas) werden zu Hause, oder auf noch traditionellere Art, am Rathausplatz gegessen, in Madrid z.B. an der "Puerta del Sol". Von dort werden die letzten Glockenschläge des Jahres im Fernsehen direkt übertragen. Hunderte Menschen warten auf den Plätzen mit Freude und mit guter Stimmung auf den Jahreswechsel, essen schnell die Trauben und begrüßen das neue Jahr. Die Nacht wird lang, und viele, nicht nur Jugendliche, kommen erst dann wieder nach Hause, wenn die Sonne bereits seit Stunden scheint.

Die große Bescherung findet erst am 6. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige (Dia de los Reyes oder Reyes Magos), überreicht. Dieser Brauch geht auf die logische Schlussfolgerung zurück, dass das Jesuskind zwar am 24. Dezember geboren worden sein soll, die Heiligen Drei Könige aber auf ihren Dromedaren erst am 6. Januar eintrafen, um das Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu huldigen.
Um das Ganze bildlich zu veranschaulichen, werden bis zum 5. Januar werden, soweit vorhanden, die Figuren der Heiligen Drei Könige in der Hauskrippe bewegt, bis sie am 6. Januar vor dem Jesuskind ankommen. Für die Kinder bedeutet dies, dass an diesem Tag die Reyes (Könige) aus dem Morgenland kommen und ihnen die Geschenke bringen. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar putzen die Kinder ihre Schuhe besonders gut, stellen Kekse und Milch für die Heiligen Drei Könige und Wasser für die Kamele bereit und gehen ganz brav früh ins Bett. In der Frühe sind dann die Geschenke für die Kinder angekommen.

Für die Kleinsten, die noch daran glauben, werden in den meisten Städten am Abend des 5. Januar Straßenumzüge organisiert, bei denen die Heiligen Drei Könige oft persönlich Geschenke überreichen. Die werden entweder von den Städten spendiert oder die Eltern zahlen einen Obolus dafür oder bringen eigens gekaufte Geschenke vorher vorbei, die dann an jedes Kind von den Königen ausgeteilt werden. Jedes Rathaus oder jedes Festkomimitee setzt für die Gestaltung des Umzugs eigene Vorstellungen um. In Lloret de Mar z.B. kamen die Könige jahrelang übers Meer mit dem Schiff, das dann an der Strandpromenade anlegte. Die Geschenke wurden anschliessend vor dem wunderbar geschmückten Rathaus verteilt. In den letzten Jahren aber haben sich die Heiligen Drei Könige sehr modernisiert - zu mindest in Lloret - und kommen mit dem Hubschrauber!
Nach diesem Empfang gehen Eltern und Kinder entweder nach Hause um sich am Drei-Königsmahl zu laben oder haben einen Tisch in einem der festlich geschmückten Restaurants reserviert, um diesen besonderen Abend bei einem umfangreichen und köstlichen Mahl ausklingen zu lassen.


Traditionell wird am Tag der Heiligen Drei Könige ein Dreikönigskuchen gegessen. Im Teig sind eine kleine Figur aus Porzellan und eine dicke Bohne versteckt. Wer das Figürchen erwischt, wird zum König gekrönt und soll viel Glück im neuen Jahr erfahren. Wer aber die Bohne erwischt, muss den Kuchen bezahlen.

lunes, 23 de junio de 2008

Festtage in Spanien - Teil 3: Johannisnacht / Dias Festivos en España - 3. Parte: Noche de San Juan

Heute wird in Katalonien und fast überall in Spanien die "Noche de San Juan" gefeiert ...... Die Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni ist eine Nacht voller Magie, die tief im hiesigen Brauchtum verwurzelt ist und überall in der Provinz Girona voller Freude und Ausgelassenheit gefeiert wird.

Im Mittelpunkt dieser auf Plätzen und Straßen veranstalteten volkstümlichen Sommernachtsfeste stehen das Feuer und die Musik. Man schart sich um ein loderndes Johannisfeuer, verspeist traditionsgemäß die Coca de Sant Joan, einen mit süßer Creme und kandierten Früchten zubereiteten Fladenkuchen, und tanzt bei krachenden Böllern und aufglänzenden Raketen bis in die frühen Morgenstunden.

Dieses seinen Ursprüngen nach heidnische Fest, mit dem einst europaweit die Sommersonnwende gefeiert wurde, hat sich in Katalonien bis auf unsere Tage halten können und ist fast schon mit einem nationalen Feiertag zu vergleichen.
Die Johannisnacht kann man in jedem Dorf, in jeder Stadt der Provinz Girona erleben, von der Costa Brava bis in die Pyrenäen. Hält man sich aber zufällig gerade in der Umgebung von Girona auf, kann man gleichzeitig auch das Fest der Ankunft des Canigó-Feuers erleben.
Über das Feuer vereint die Flamme vom Canigó seit 1955 alle katalanischen Länder, denn überall werden die Johannisfeuer mit dem gleichen Funken angezündet, der auch auf dem Gipfel des Canigó brennt. Dort nehmen ihn die Feuerträger der verschiedenen Verwaltungsbezirke auf und tragen ihn in Stadt und Land, verbunden mit einer gemeinsamen Botschaft, die bei jedem neuen Anzünden eines Johannisfeuers laut verlesen wird.
In Girona trifft das Canigó-Feuer am 23. Juni gegen 19.00 Uhr auf der Plaça del Vi ein. Das ist dann der Augenblick, wo es von vielen Einwohnern der Stadt und der näheren Umgebung zum Anzünden ihres heimischen Johannisfeuers übernommen wird.


Kräftig gefeiert wird in auch an der gesamten spanischen Küste. In der Noche de San Juan finden sich viele Spanier am Strand ein und versammeln sich um selbst gemachte Lagerfeuer. Man erfreut sich am mitgebrachten Picknick und genießt ein Gläschen Wein beim Plausch mit den Nachbarn. Wer in dieser Nacht über das Feuer springt, lässt seine Vergangenheit zurück und beginnt eine neue Phase seines Lebens, so der Volksmund. Außerdem sollen die Flammen das Böse verjagen. Ein reinigendes Bad im Meer ist ein weiterer Ritus der Johannisnacht. Sünden des vergangenen Jahres werden so einfach weggewaschen.

*************
Soweit die Information zu einem weiterem schönen und interessanten Brauch. Meine Einstellung dazu ist allerdings nicht so positiv und das hat seinen Grund. Es werden nämlich in dieser Nacht tausende von "petardos" abgeschossen und die Knallerei nimmt ungefähr so ein Ausmass an, wie ich es von früher aus Deutschland zu Silvester in Erinnerung habe.
Für die Tiere ist diese Knallerei die reinste Quälerei und ich leide immer mit ihnen mit. Wir gehen daher auch schon seit Jahren nicht aus, um unseren Katzen und früher auch dem Hund beistehen zu können (in den letzten Jahren muss mein GG wohl immer im Hotel bis zum Abschluss des Johannis-Balls anwesend sein, so bin ich dann alleine mit den Tieren ). Dem Hund mussten wir in den letzten Jahren immer schon vorher ein Beruhigungsmittel geben, so schlimm war es für ihn. Auch die Katzen verkriechen sich immer; unsere Kitty, die ja nur im Haus lebt, weiss vor langer Angst und Panik gar nicht, wo sie sich verstecken soll.
Für mich ist es aus diesem Grund eine der schlimmsten Nächte des Jahres, aber das soll nicht heissen, dass es andererseits auch eine wunderbare Nacht sein kann, die man wirklich mal erleben muss.


lunes, 24 de marzo de 2008

Süsses zu Ostern in Spanien /Dulces en la Semana Santa de España

Während in der Karwoche die Städte und Dörfer Spaniens in zahlreichen Prozessionen je nach Region in feierliche oder schwermütige Stimmung versinken, füllen sich Konditoreien und Patisserien mit den typischen Süßspeisen und Gebäckteilchen dieser Jahreszeit. Von Generationen zu Generation überliefert, gehören die kulinarischen Traditionen genauso in die spanische Semana Santa wie die religiösen Riten der Prozessionen.
Zurückgehend auf das Fastengebot der katholischen Kirche im Mittelalter und insbesondere das daraus resultierende Fleischverbot, kommt auch in Spanien in der Karwoche den Süßspeisen, Fisch und Gemüse besondere Bedeutung zu.
So gibt es keine Semana Santa ohne den charakteristischen „Potaje“, einen Eintopf auf der Basis von Kabeljau, Erbsen, Mangold oder Spinat, Bohnen und gekochtem Ei. Genauso unverzichtbar sind in dieser Woche in ganz Spanien die „Torrijas“, hier als „Arme Ritter“ bekannt. Weißbrotscheiben werden in Milch, Zucker und Ei getränkt und anschließend in heißem Öl fritiert. Torrijas können auch mit Wein oder Sirup hergestellt, anschließend mit Zimt und Zucker bestreut oder mit Honig beträufelt werden.
Dieses typische Karwochengericht versüßt in vielen Regionen Spaniens besonders den Karfreitag.
Ursprünglich stammen die Torrijas aus Madrid, und dort findet man sie auch in der Woche vor Ostern in zahlreichen Cafes und Konditoreien.
Weitere typische Madrider Köstlichkeiten der Osterzeit sind „Bartolillos madrileños“, mit einer
Zitronen-Buttercreme gefüllte, in heißem Öl fritierte Pastetchen, sowie „Buñuelos de viento“, gefüllte Spritzkuchen, ähnlich den bei uns bekannten Windbeuteln.
Aus der keltischen Vergangenheit Nordspaniens stammen die Frisuelos, eine Art Crêpes, die man in Asturien zu dieser Jahreszeit mit Zucker oder Zimt bestreut, genießt. In Navarra kommt jetzt häufig die ursprünglich von dort stammende, mittlerweile in ganz Spanien bekannte, „leche frita“, „frittierte Milch“ auf den Tisch. Und im baskischen Bilbao haben nun die Canutillos Saison, ein mit einer süßen Creme gefülltes Blätterteiggebäck.
Knusprig, ebenso süß und noch dazu in der Form einer Blume gebacken, passen die sogenannten „Flores de Pascua“, Osterblumen, zum Frühling. Sie sind ein Fettgebäck, das man insbesondere in Kastilien La Mancha kunstvoll in heißem Öl zubereitet. Genauso typisch für diese Zeit ist in der Mancha und einigen Regionen Andalusiens der „Arroz con leche“, Milchreis, der entweder mit einer Orangen- oder Zitronenschale oder mit Eigelb zubereitet wird. Eine Orangenschale, Zucker und Zimt in der kochenden Milch dürfen auch bei der Herstellung der „Bollos de leche“ oder „Gallegos“ nicht fehlen. Die Bällchen, die ebenfalls aus Kastilien La Mancha und der Extremadura stammen, bestehen aus altbackenem Brot, werden mit Ei vermischt, fritiert und danach in der Milch gekocht.
Ein Abstecher über das Mittelmeer auf die Balearen, genauer nach Ibiza, macht mit dem Flaó bekannt, einem runden Gebäck aus Eiern und Frischkäse. Früher fand man den Flaó ausschließlich zur Osterzeit auf der Insel, heute wird er ganzjährig dort genossen. Ebenso wie die Greixonera, die zweite österliche Süßspeise der Insel. Der mit Kräutern verfeinerte Pudding wird auf der Basis eines Ensaimada-Teigs in der dazu gehörenden Backform, der Greixonera, im Backofen gebacken.
Buntbemalte Ostereier wird man in Spanien schwerlich finden. Schokoladeneier aber sind der Schmuck der Mona de Pascua, eines Schokoladenkuchens, meist in Form einer Tierfigur, die nicht selten mit einer Überraschung gefüllt ist. Die Monas de Pascua sind das typische Geschenk für die Kleinsten der Familie am Ostermontag, der übrigens nur in Katalonien und Valencia ein Feiertag ist.

Für alle, die „Torrijas“ – „Arme Ritter“ aus Madrid ausprobieren möchten, hier das Rezept:

Zutaten für 4 Personen:
1 l Milch, Olivenöl, Honig, 500 g Zucker, 8 Eier und 2-3 Tage altes Weißbrot (z.B. Baguettebrot).

Zubereitung:
Das Brot in dicke Scheiben schneiden. In einer Schüssel oder einem Teller Milch und Zucker mischen und in einem zweiten Teller die Eier verrühren. In einer Pfanne die Brotscheiben, die zuvor in die gezuckerte Milch und danach in das geschlagene Ei getaucht wurden, in heißem Öl frittieren bis sie goldgelb sind. Danach gut abtropfen lassen. Die Torrijas auf einer Servierplatte anrichten und mit Honig beträufeln. Üblicherweise wird die restliche gezuckerte Milch noch über die Torrijas gegossen, damit sie darin aufgehen und schön luftig werden.
Alternativ dazu kann man statt der Milch auch einen milden Weißwein verwenden.

http://www.gourmet-report.de/artikel/8450/Spanisch-Suesses-zu-Ostern.html

Textverwendung:
Kopieren mit Quellverweis als funktionierender Link auf http://www.kochmesser.de/news.html
gestattet © 1993 - 2007 [k.de] kochmesser.de




Hier einige typische Beispiele für die "Mona de Pascua", die reinsten Kunstwerke:








Und da wir geraden bei so schönen Ostertorten sind, möchte ich Euch noch eine ganz tolle Rübli-Torte zeigen, die M.M. gebacken hat. Wer es noch nicht wissen sollte, es handelt sich hierbei um meine Mutter, die immer ganz wunderbare Kuchen backt! Hmmmmm ..... lecker, lecker.



Hier enden meine Berichte und Erklärungen zu Ostern in Spanien - für dieses Jahr.


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...